Sammler Portrait

Harald Sommer

 

Der erfolgreiche Hamburger Reeder Harald Sommer vertraute 2011 seine aussergewöhnliche Briefmarkensammlung mit zahlreichen Raritäten und Unikaten dem Auktionshaus Rapp zum bestmöglichen Verkauf an. Nachfolgend möchten wir Ihnen gerne mehr über den kenntnisreichen Sammler und seine herausragende Briefmarkensammlung erzählen.

 

Die Sommers gehören zu den Hamburger Familien, die den besonderen Ruf der Hansestadt als Tor Deutschlands zur Welt begründet haben. Harald Sommer, der die einmalige Sammlung «Elbe» zusammengetragen hat, steht in einer langen Tradition von Reedern, deren Schiffe über die Weltmeere fuhren.

Sein Grossvater, genannt «der König der Ostsee», war 1903 nach Hamburg gekommen, um dort eine Filiale der Danziger Reederei Johannes Ick aufzubauen. Bald beteiligte sich Arthur Sommer auch an anderen Firmen, so zusammen mit der Reederei Rob. M. Sloman Jr. an der Mathies Reederei KG, und führte unter seinem Namen eine eigene Reederei. In diese Familie wurde der Sammler Harald Sommer hineingeboren. Schon als kleiner Junge fuhr er auf den familieneigenen Schiffen mit. Sein Handwerk lernte er von der Pike auf: Zuerst eine Schiffsmaklerlehre in Hamburg, eine zusätzliche Ausbildung im englischen Newcastle, ab 1963 Sachbearbeiter bei der Hamburger Reederei «Fisser und von Doornum», 1966 Eintritt in die Firma seines Vaters, Abteilung Liniendienst Polen, 1972 führende Position in der Firma zusammen mit Vater und Onkel, seit 1981 alleinige Verantwortung für die Mathies Reederei GmbH sowie die Reedereien Johannes Ick und Arthur Sommer, die sich vor allem dem Ostseehandel widmen. Seit Gründung 1991 war er der grösster Anteilseigner an der TEAM-LINES GmbH & Co. KG, einer neu gegründeten Reederei, die sich mit großem Erfolg auf das Container-Zubringer Geschäft von Hamburg in die Ostsee spezialisiert hat.

In Fachkreisen gehört Harald Sommer zu den bekannten Persönlichkeiten: Zwischen 2000 und 2006 war er Vorsitzender des Vereins Hamburger Rheder, einem der ältesten Verbände der Verkehrswirtschaft – wie an der eigentümlichen Rechtschreibung heute noch zu erkennen. Seit 1995 ist er Bankenbruder* der Heilige-Drei-Könige-Bank sowie der St. Reinholds-Bank der Bankenbrüderschaften des Artushofes zu Danzig in Lübeck. Die Brüderschaften existieren seit 1481.

Bis 2008 führte Harald Sommer die Geschäfte seiner Familie vom denkmalgeschützten Slomanhaus am Hamburger Baumwall aus. Seinerzeit war dies der grösste Kontorhauskomplex am Hafenrand und liegt am Zufluss der Alster in die Elbe.

Ausgleich für seine aufreibende Tätigkeit fand Harald Sommer in der Geschichte. Dabei interessierte er sich nicht nur für die eigene Familie – das historisch wertvolle Firmenarchiv schenkte er bereits 2008 der Stiftung Haseatisches Wirtschaftsarchiv in Hamburg, das eine Ausstellung mit dem Material vorbereitet.

Die besondere Liebe des Reeders galt den Briefmarken, die er seit mehr als einem halben Jahrhundert sammelte. Das Ergebnis eines kenntnisreichen Sammlerlebens ist eine einmalige Kollektion, die vor allem durch Klasse besticht. 1940 geboren, erlebte Harald Sommer als 7-jähriger mit, wie Helgoland von britischen Bomben zu weiten Teilen zerstört wurde. Erst 1952 wurde die Nordseeinsel Deutschland zurückgegeben. Vielleicht waren diese prägenden Jugenderlebnisse der Grund, warum sich der Sammler später für die Geschichte Helgolands interessieren sollte. Für sein Engagement zeugt eine 20-bändige Spezialsammlung von Postwertzeichen Helgolands.

Doch dies ist nur eine von vielen Attraktionen der Sammlung «Elbe», in der Raritäten und Unikate in Hülle und Fülle vertreten sind. Auktionator Peter Rapp meint dazu: «In den letzten vier Jahrzehnten habe ich selten eine Sammlung mit solch zahlreichen deutschen Raritäten bis hin zu Unikaten gesehen!»

 

* Eine Bank: Landsmanschaftliche Gemeinschaft von Kaufleuten