Geschichte zur Sammlung

Die Sammlung «Pilatus»

 

Mit Stolz dürfen wir Ihnen nachfolgend die Auflösung einer herausragenden, besonders hochwertigen und mit zahlreichen oft ungewöhnlichen Briefen versehenen postgeschichtlichen Spezialsammlung von den Kantonalmarken bis zu den Strubel-Ausgaben präsentieren.

Die Ursprünge dieser grossartigen Kollektion liegen bereits weit mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Schon der Vater des letzten Eigentümers und eigentlichen Sammlers hatte mit einer gediegenen Altschweiz-Sammlung den Grundstock dieser Kollektion mit einer damals aber eher noch traditionellen Ausrichtung gelegt. Den Schwerpunkt der Sammlung hat dann erst der Sohn Zug um Zug auf besonders aussagekräftige und eindrucksvolle postgeschichtliche Besonderheiten zugeschnitten und weiter spezialisiert. Mit posthistorischem Wissen und Geschmack, mit der für Objekte solcher Art stets auch erforderlichen Geduld und zweifellos auch mit einem beträchtlichen Kapitaleinsatz hatte er bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten eine zwar relativ kleine, aber schon sehr bemerkenswerte Sammlung von Altschweiz-Briefen zusammengetragen.

Seit den 1990er Jahren hat der Sammler sich zudem für den weiteren Ausbau dieser Kollektion der Unterstützung des aktuell sicherlich besten Kenners der Schweizer Postgeschichte, Herrn Martin Eichele, versichert. Dank dessen Hilfe, langjährigen Erfahrung und intimen Detailkenntnis der Schweizer Posthistorie haben manche besonderen postgeschichtlichen Aspekte der Sammlung noch eingehendere Berücksichtigung erfahren: Ausgehend von der verausgabten Marke (hier als ungebrauchte Exemplare) sind mögliche Versandformen (wie Briefe, Einschreiben, Nachnahmen etc.), Währungsverhältnisse, Entwertungen, kantonale Spezialitäten umfassend gesammelt worden. Dabei sind auch alle traditionellen Ausgaben und Besonderheiten integriert und daher enthält die Sammlung auch viele Misch- und Mehrfachfrankaturen, Halbierungen, Destinationen und vielerlei mehr, das der Einzelbeschreibung der jeweiligen Briefe vorbehalten bleiben muss. Immer wieder wurden bisherige Briefe gegen neu erworbene, noch aussagekräftigere ausgetauscht, Gutes durch noch Besseres ersetzt. Manche herausragenden Stücke stammen noch aus der ursprünglichen Sammlung. Sie wurden zum Teil bereits in den 1930er und 1940er Jahren beim bekannten Händler Ernst Müller in Basel erworben und waren nie zuvor auf Auktionen. Andere wurden mit der Unterstützung Martin Eicheles im letzten Jahrzehnt gezielt für diese Sammlung aufgespürt und erworben.

Zweifellos werden Sie beim Studium des nachfolgenden Angebots feststellen, dass praktisch nichts in dieser Sammlung «normal» oder in irgendeinem Sinne «gewöhnlich» ist. Vielmehr ist nahezu jeder einzelne der mehr als 350 Briefe jenseits des postgeschichtlich Üblichen, Alltäglichen und Vertrauten angesiedelt. Jeder Beleg hat seine ganz eigene Note, jeder Brief trägt mindestens einen Aspekt – und nicht selten mehrere – der ihn zu einem ganz besonderen postgeschichtlichen Schaustück mit einzigartigem dokumentarischen Reiz macht. Zudem besticht die gesamte Kollektion, worauf der Sammler und sein kenntnisreicher Berater besonderen Wert gelegt haben, mit einer fast immer aussergewöhnlichen Qualität.